Neumarkts "vergessener" Friedhof an der Gießereistraße"

Jüdische Friedhöfe in Bayern als kulturelles Erbe

Von Einzelbesuchern - sichtbar an den auf den Grabsteinen zum Gedenken abgelegten kleinen Steinen - und Gruppenführungen abgesehen, führt der jüdische Friedhof an der Gießereistraße in Neumarkt ein ruhiges Dasein.
Aus gutem Grund ist das Türchen immer zugesperrt, aber gerade jetzt könnte er ein Platz der Besinnung sein, auch der Erinnerung an die hier Begrabenen und ein Nachdenken über eine Welt, in der nicht Vertreibung und Shoa dem jüdischen Teil der Neumarkter Bevölkerung ein brutales Ende bereitet hätten.
Heute ist der seit 1950 nicht mehr genutzte Friedhof ein Mahnmal und ganz besonderes kulturgeschichtliches Denkmal, das Susanne Klemm als Expertin für jüdische Friedhöfe in Bayern im Gesamtzusammenhang erläutern wird. Anschließend wird Stefanie Radschinsky ausgewählten Lebensläufen der auf dem Friedhof Begrabenen und deren familiären Verflechtungen nachspüren. In zeitintensiver detektivischer Kleinarbeit rekonstruierte sie verlorene und weitgehend vergessene Familiengeschichten, die weit über die Stadtgrenzen hinausreichen.